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Das Einkommen

Beim Wohngeld spielt das Einkommen neben den Kosten für die Unterkunft und der Anzahl der Familienmitglieder eine entscheidende Rolle. Zur Berechnung herangezogen wird das Gesamteinkommen aller Familienmitglieder.

ausrufezeichen2.gif (1830 Byte) Bei dem Wohngeld gibt es ein Mindesteinkommen, welches erreicht werden muß, um einen Anspruch zu haben. Alle weiteren Informationen zu diesem Mindesteinkommen finden Sie hier.
ausrufezeichen2.gif (1830 Byte) Beim Wohngeld wird bei einem Erwerbseinkommen, Renten und Krankengeld immer vom Bruttobetrag ausgegangen. Bei Arbeitslosengeld oder BAföG und anderen Leistungen, die nicht durch eine Arbeitstätigkeit gezahlt werden, ist immer von dem Betrag auszugehen, den der Antragsteller erhält.

Im folgenden erläutern wir die verschiedenen Einkommensarten:

Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit
Einkünfte aus Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit oder Land- und Forstwirtschaft

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

Einkünfte aus Renten

Einmaliges Einkommen in den letzten 3 Jahren

Einnahmen aus Kapitalvermögen

Sonstige Einkünfte

Nicht anrechenbares Einkommen
Die Pauschalen beim Einkommen

Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit

Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit sind

  • Gehälter, Löhne, Gratifikationen, Tantiemen und andere Bezüge und Vorteile, die für eine Beschäftigung im öffentlichen oder privaten Dienst gewährt werden;
  • Wartegelder, Ruhegelder, Witwen- und Waisengelder und andere Bezüge und Vorteile aus früheren Dienstleistungen.

Vollkommen uninteressant ist es dabei, ob es sich um laufende oder einmalige Einnahmen handelt und ob ein Rechtsanspruch darauf besteht.

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Zum Arbeitslohn zählen daher neben dem eigentlich Entgelt auch steuerpflichtige Entschädigungen für entgangenen Lohn, Lohnzuschläge, Sachleistungen, die Überlassung von betrieblichen Einrichtungen zur privaten Nutzung wie das Dienstauto und auch Trinkgelder oberhalb der Freigrenzen.

Das Einkommen muß vom Arbeitgeber mit einer separat beim Wohnamt zu erhaltenden Einkommensbescheinigung bestätigt werden.

Bei dieser Einkommensart kann man Werbungskosten geltend machen. Prinzipiell werden automatisch 1000 € als Pauschale für die Werbungskosten berücksichtigt, das sind 83,33 € im Monat. Allerdings kann man auch höhere Werbungskosten geltend machen, die man z.B. durch den Bescheid des Finanzamtes nachweisen muß. Zu den akzeptierten Werbungskosten gehören

  • Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte;
  • Beiträge zu Berufsständen und sonstigen Berufsverbänden, deren Zweck nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist;
  • Aufwendungen für Arbeitsmittel, also z.B. Werkzeuge und typische Berufsbekleidung;
  • notwendige Mehraufwendungen, die Ihnen wegen einer aus beruflichem Anlaß begründeten doppelten Haushaltsführung entstehen.

Einkünfte aus Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit oder Land- und Forstwirtschaft

Die Höhe der Einkünfte in diesem Bereich ergibt sich aus dem Gewinn. Das Einkommenssteuergesetz definiert den Begriff "Gewinn" so:

gesetz.jpg (1082 Byte) ...der Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsvermögen am Schluss des Wirtschaftsjahres und dem Betriebsvermögen am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres, vermehrt um den Wert der Entnahmen und vermindert um den Wert der Einlagen.

Damit ergibt sich der Gewinn aus einer Bilanz. Für bestimmte selbstständige Tätigkeiten und gewerbliche Betriebe unter einer gewissen Größe muß keine Bilanz aufgestellt werden, hier genügt gemäß § 4 Abs. 3 EStG eine Einnahme-Überschuß-Rechnung. Der Gewinn ist dann der Überschuß der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben:

Betriebseinnahmen
- Betriebsausgaben
_________________
= Gewinn

Als Nachweis über die Einkünfte muß der jeweils letzte Steuerbescheid bzw. die letzte Steuererklärung mit einem Beglaubigungsvermerk des Finanzamtes dem Wohngeldantrag beigelegt werden.

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

Zu dieser Einkunftsart gehören

  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von unbeweglichem Vermögen, also besonders Grundstücke, Gebäude oder Teilen davon, Schiffe, die in ein Schiffsregister eingetragen sind sowie Rechte, die den Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen, zum Beispiel das Erbbaurecht;
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von Sachinbegriffen, besonders von beweglichem Betriebsvermögen;
  • Einkünfte aus zeitlich begrenzter Überlassung von Rechten, insbesondere von schriftstellerischen, künstlerischen und gewerblichen Urheberrechten;
  • Einkünfte aus dem Verkauf von Miet- und Pachtzinsforderungen. Dies gilt auch dann, wenn die Einkünfte im Verkaufspreis von Grundstücken enthalten sind und die Pacht- oder Mietzinsen sich auf einen Zeitraum beziehen, in dem der Verkäufer noch Besitzer war.

Bei dieser Einkommensart kann man Werbungskosten geltend machen. Zu den akzeptierten Werbungskosten gehören

  • Schuldzinsen, Renten und dauernde Lasten, soweit sie mit einer Einnahme im wirtschaftlichen Zusammenhang stehen;
  • Steuern von Grundbesitz, sonstige öffentliche Abgaben und Versicherungsbeträge, soweit sie sich auf Gebäude oder auf Gegenstände beziehen, die dem Steuerpflichtigen zur Einnahmeerzielung dienen;
  • Absetzungen für Abnutzung und Substanzverringerung und erhöhte Absetzungen.

Diese Einkunftsart wie auch eventuelle Werbungskosten müssen mit dem letzten Steuerbescheid oder andere zeitnahe Dokumente nachgewiesen werden!

Einkünfte aus Renten

Darunter fallen zum Beispiel

  • Altersruhegeld
  • Witwenrente
  • Waisenrente
  • Erwerbsunfähigkeitsrente
  • Versorgungs- oder Entschädigungsrente und
  • Rentenleistungen aus privaten Versicherungen,

aber auch

  • Pensionen und
  • Firmenrenten

Einmalige Sonderzahlungen bei der Rente werden ebenso berücksichtigt.

Als Nachweis ist der letzte Rentenbescheid bzw. bei Pensionen oder Firmenrenten der jeweilige Bescheid dem Wohngeldantrag beizufügen!

Einmaliges Einkommen in den letzten 3 Jahren

Das können zum Beispiel

  • Abfindungen
  • Vorauszahlungen
  • Gehaltsnachzahlungen
  • Rentennachzahlungen
  • Unterhaltsnachzahlungen oder auch
  • Versicherungsleistungen zur Altersvorsorge

sein.

Als Nachweis ist der jeweilige Bescheid dem Wohngeldantrag beizufügen!

Einnahmen aus Kapitalvermögen

Darunter fallen zum Beispiel

  • Gewinnbeteiligungen
  • Zinsen aus Sparguthaben einschließlich Sparerfreibetrag oder
  • Dividenden

Diese Einkommensart hat in letzter Zeit zu vermehrten Anfragen an unsere Hotline, in unserem Forum und auch per Mail geführt, da viele Wohngeldbezieher Schreiben von ihrem Wohnamt bekommen haben, in denen ihnen zu Unrecht bezogene Leistungen vorgeworfen worden sind. Grund: sie haben ihre Einnahmen aus  Kapitalvermögen nicht im Antrag angegeben.

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Geben Sie daher auf jeden Fall etwaige Einnahmen und Zinsen an. Das Wohnamt kann (und wird) diese Daten früher oder später abgleichen und falsche Angaben entsprechend ahnden!

Sonstige Einkünfte

Das sind zum Beispiel

  • Leistungen des Arbeitsamtes (z.B. Arbeitslosen- oder Unterhaltsgeld)
  • Krankengeld
  • Krankentagegeld
  • Unterhaltszahlungen
  • Stipendien
  • Ausbildungsvergütung
  • Gelegenheitsverdienste
  • Trinkgeld
  • Pflege - und Erziehungsgeld
  • Sachbezüge
  • Pflegegeld für Pflegebedürftige
  • Übergangs- und Verletztengeld in Höhe des ALG II
  • Kindergeld

Nicht alle aufgeführten Einkommen werden auf das Wohngeld angerechnet, sollten aber dennoch angegeben werden, da sie dann bei der Berechnung des notwendigen Mindesteinkommens u.U. eine Rolle spielen.

Nicht anrechenbares Einkommen

Nicht relevant für das Wohngeld und damit auch nicht bei der Einkommensermittlung von Interesse sind folgende Leistungen:

  • aufgenommene Darlehen und Tilgung aus gewährten Darlehen
  • bestimmte Leistungen Dritter im Zusammenhang mit Versicherungen
  • Steuerrückzahlungen
  • Kindergeld
  • Elterngeld bis zu einer Höhe von 300 €

Die Pauschalen beim Einkommen

Bei einem Erwerbseinkommen können pauschale Abzüge erfolgen.

ausrufezeichen2.gif (1830 Byte) Als Erwerbseinkommen gelten Einkommen, die durch eine Arbeitstätigkeit gekennzeichnet sind, also z.B. ein Angestelltenverhältnis oder eine selbstständige Arbeit. Auch die Renten zählen zu diesen Erwerbseinkommen. Bei Transferleistungen des Staates, also z.B. das Arbeitslosengeld oder das BAföG, und allen anderen Einkommen wie z.B. Unterhalt, wird keine Pauschale angewendet!

Diese Abzüge erfolgen jeweils in Höhe von 10%, wenn

  • Steuern vom Einkommen (Lohnsteuer)
  • Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung und
  • Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung

geleistet werden.

Wer also nur Steuern vom Einkommen zahlt, aber weder Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung noch zur gesetzlichen Rentenversicherung, wird einen pauschalen Abzug von 10% des Einkommens erfahren.

Wer dagegen keine Steuern vom Einkommen, dafür aber Pflichtbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung nachweisen kann, kommt in den Genuß einer 20%tigen Pauschale. Schließlich werden 30% von Einkommen abgerechnet, wenn jemand Steuern vom Einkommen und auch Pflichtbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung zu zahlen hat.

Unter bestimmten Umständen werden auch private Absicherungen bei bei der Renten- und der Kranken-/Pflegeversicherung akzeptiert.

Voraussetzung dafür ist allerdings, daß diese Beiträge den gleichen Zweck wie die Pflichtbeiträge haben, also für den Beitragszahler oder dessen Familie

  • die notwendigen Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung, zur Verbesserung und zur Wiederherstellung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit oder
  • die wirtschaftliche Sicherung bei Krankheit, Mutterschaft, Minderung der Erwerbsfähigkeit, Pflegebedürftigkeit und Alter
  • oder die wirtschaftliche Sicherung für Hinterbliebenen

gewährleistet sind.

Als Beiträge zählen demzufolge

  • freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung, zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zur Alterssicherung der Landeswirte
  • freiwillige Beiträge zur privaten Krankenkenversicherung einschließlich Krankentagegeldversicherung und zur privaten Pflegeversicherung
  • Beiträge zur Kapital-Lebensversicherung und zur privaten Rentenversicherung
  • Beiträge zu Pensions- und Versorgungskassen
  • Beiträge zur Berufs-, Erwerbs- und Dienstunfähigkeitsversicherung
  • Beiträge zu Betriebsgemeinschaftskassen für zusätzliches Ruhegeld.

Dabei sind keine einmalige Beiträge berücksichtigungsfähig, sondern ausschließlich laufende Beitragszahlungen, also monatliche, halbjährliche oder jährliche.

Keine vergleichbaren Beiträge sind

  • Beiträge zu Sachversicherungen (u.a. Gebäude- und Hausratsversicherungen)
  • Beiträge zur Haftpflichtversicherung einschließlich Kfz-Haftpflichtversicherung
  • Beiträge zur Krankenhaustagegeldversicherung
  • Beiträge zur Sterbeversicherung.

Ausgeschlossen sind die Absetzmöglichkeiten

  • bei einer im wesentlichen beitragsfreien Sicherung (z.B. bei Beamten hinsichtlich der Alters- und Hinterbliebenenversorgung)
  • bei einer drittfinanzierten Sicherung (z.B. bei Bezug ALG I)