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Das Kinderwohngeld

Anspruch auf das Kinderwohngeld haben Kinder, die bei Eltern oder Elternteile wohnen, die Anspruch auf ALG II haben und die diese Hilfe auch erhalten. Sofern diese Kinder aus den eigenen Einnahmen ihren Lebensunterhalt bestreiten können, kommt das Kinderwohngeld in Betracht.

Wir werden Ihnen die ganze Systematik anhand eines konkreten Beispieles erklären.

lupe.jpg (1728 Byte) Andrea ist die alleinerziehende Mutter von Johannes, der vor einem Jahr geboren wurde. Andrea hat leider noch keinen Job gefunden und ist daher Bezieherin des ALG II. Sie hat zusammen mit Johannes einen Bedarf 1.210 € (der sich aus 579 € Regelsatz, 500 € für die Kosten der Unterkunft sowie 131 € Alleinerziehendenfreibetrag zusammensetzt). Diesem Bedarf stehen Einnahmen von 334 € gegenüber, die sich aus 150 € Unterhalt sowie 184 € Kindergeld bilden. Somit erhält Andrea für sich und ihren Sohn ALG II in Höhe von 876 €.

Die Ausgangslage ist eigentlich ganz einfach. Jetzt kommt es aber zu einer der bereits in der Einleitung angesprochenen Unlogik bei diesem Fall: das Kindergeld ist eigentlich kein "Taschengeld" für Kinder, sondern eine steuerliche Entlastung der Eltern. Demgemäß wird es im Normalfall bei allen möglichen Gesetzen als Einkommen der Eltern und nicht des Kindes gewertet. Nicht aber bei dem Wohngeld: hier gilt es als Einkommen des Kindes.

Somit hat Johannes trotz seines zarten Alters bereits Einnahmen von 334 €, nämlich das Kindergeld und den Unterhalt.

Diesen Einnahmen wird der Bedarf gegenübergestellt, nämlich der Regelsatz von 215 € für unter 6jährige Kinder sowie die Hälfte der Kosten der Unterkunft, also im Beispiel 250 €.

Somit ergibt sich folgende Rechnung:

lupe.jpg (1728 Byte) Bedarf:            465,00 €
Einnahmen:   - 334,00 €
==================
Ergebnis:      - 131,00 €

Da der Bedarf um 131 € höher liegt als die Einnahmen, kann der Lebensunterhalt von Johannes nicht gedeckt werden und er hätte eigentlich keinen Anspruch auf das Kinderwohngeld.

In der Rechnung fehlt aber noch etwas, nämlich das fiktive Wohngeld, also das Wohngeld, welches Johannes bekommen würde, wenn der Antrag erfolgreich ist. Diesen fiktiven Anspruch sollten Sie sich hier ausrechnen. Wir empfehlen dringendst die Nutzung unseres Rechners, da andere Internet-Rechner oftmals Ansprüche in einer Höhe vorgaukeln, die jenseits jeglichen Realismus sind.

Bei unserem Rechner beachten Sie bei Benutzung die Warnmeldung nicht, daß das Einkommen nicht ausreiche für einen Wohngeldanspruch - diese Regelung ist bei dem Kinderwohngeld nicht gültig.

lupe.jpg (1728 Byte) Da Andrea in Berlin wohnt, hat sie die Mietstufe IV. Die Warmmiete beträgt zwar 500 €, aber die Wärmekosten werden bei dem Wohngeld nicht berücksichtigt. Somit ist die Kaltbruttomiete zu verwenden, die sich bei Andrea auf 450 € beläuft.

In dem Rechner wird nun ein Haushaltsmitglied und die Mietstufe IV sowie die Hälfte der Kaltbruttomiete, also 225 € angegeben. Unter Punkt 4 werden das Kindergeld und der Unterhalt, also 334 € eingetragen. Mit diesen Angaben beläuft sich der fiktive Wohngeldanspruch somit auf 151 €.

Berechnen wir also den Lebensunterhalt von Johannes neu. Zur Erinnerung: bisher konnte er seinen Lebensunterhalt nicht selbst decken.

lupe.jpg (1728 Byte) Bedarf:                       465,00 €
Einnahmen:              - 334,00 €
fiktives Wohngeld     - 151,00 €
==================
Ergebnis:                    20,00 €

Damit kann Johannes seinen Lebensunterhalt selbst decken und hat einen Anspruch auf das Kinderwohngeld.