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Wohngeld und die Grundsicherung

Der Bezug von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsunfähigkeit schließt einen Wohngeldanspruch aus, da bei der Grundsicherung im Normalfall bereits die Kosten für die Unterkunft berücksichtigt werden. Dieser Ausschluß gilt bereits ab Antragstellung auf die Grundsicherung.

Was aber, wenn vom Grundsicherungsamt nur die angemessenen, nicht aber die tatsächlichen Wohnkosten gezahlt werden?

Beispiel Elena lebt allein in einer 50 m2 großen Wohnung, für die sie 450 € Warmmiete zahlen muss. Die angemessenen Kosten der Unterkunft in ihrer Gemeinde liegen bei einer alleinstehenden Person bei 400 € Warmmiete, die restlichen 50 € muß Elena von ihrem Regelsatz zahlen. Daher stellt sie für die 50 € Differenz einen Wohngeldantrag.

Der Antrag wird abgelehnt werden, weil durch eine Gewährung von Wohngeld das Prinzip der angemessenen Kosten der Unterkunft unterlaufen werden würde.

Es gibt Ausnahmen bei dem prinzipiellen Ausschluß vom Wohngeld bei Bezug von Grundsicherung, nämlich bei

Schauen wir uns die einzelnen Punkte näher an.

Versagung  von der Sozialhilfe

Wird die Grundsicherung bei einem Erstantrag ausschließlich wegen unzureichender oder fehlender Mitwirkung versagt, also aus diesen Gründen der Erstantrag abgelehnt, kann mit dem entsprechenden Bescheid des Grundsicherungsamtes Wohngeld beantragt werden.

Entzug von Grundsicherung

Entzieht das Grundsicherungsamt während des laufenden Bezug von der Grundsicherung ausschließlich wegen unzureichender oder fehlender Mitwirkung die Leistung, zahlt diese also nicht weiter die Grundsicherung, kann mit dem entsprechenden Bescheid des Grundsicherungsamtes Wohngeld beantragt werden.

Problem bei Versagung oder Entzug ist, daß mangels Grundsicherung oftmals gar kein oder nur ein sehr geringes Einkommen vorhanden ist, was wiederum wegen dem nicht vorhandenen Mindesteinkommens zur Ablehnung eines Wohngeldantrages führen kann. Weiteres Problem: auch das Wohngeldamt will meist ähnliche Angaben zum Einkommen haben wie das Grundsicherungsamt. Wird dann auch hier die Mitwirkung verweigert, kann es folgerichtig ebenfalls zu einer Ablehnung für das Wohngeld kommt.

Grundsicherung als Darlehen

Es gibt nur eine Darlehensform, die im Zusammenhang mit Wohngeld von Interesse sind, nämlich das Überbrückungsdarlehen bei zu hohem Vermögen.

Nur diese Darlehensart berechtigigt zu einem gleichzeitigen Wohngeldbezug, bei allen anderen Darlehen seitens des Grundsicherungsamtes ist ein Wohngeldanspruch ausgeschlossen.

Wird die Grundsicherung als vollständiges Darlehen gewährt, besteht ein Wohngeldanpruch.

ausrufezeichen2.gif (1830 Byte) Wird die Grundsicherung nur teilweise als Darlehen gewährt, besteht wiederum kein Wohngeldanspruch, da dann die Kosten der Unterkunft trotz des Darlehensanteil berücksichtigt wurden.

Das Problem mit dem Mindesteinkommen ist im Gegensatz zur Versagung oder dem Entzug von der Grundsicherung nicht vorhanden, da ja das Darlehen das erforderliche Mindesteinkommen quasi automatisch deckt - vorausgesetzt, in dem Darlehen sind auch die Beiträge für die Krankenversicherung mit enthalten.